Chronik

Im Bistum Freising begann man am 22. Dezember unter Fürstbischof Konrad III. dem Sendlinger an einer konradinischen Matrikel zu schreiben. Ziel war es, die Besitzungen sämtlicher fürstbischöflicher Güter mit ihren Einnahmen zu erfassen und gleichzeitig eine genaue Diözesanbeschreibung, in der alle Kirchen, Kapellen, Klöster und Friedhöfe aufgezählt werden, zu erstellen. Erst 1316 wurde diese Matrikel, ein öffentliches Verzeichnis fertiggestellt.

Die Matrikel dient für die meisten Kirchen des Bistums und für viele Ortschaften als erster urkundlicher Nachweis und ist eine wichtige Quelle der mittelalterlichen Namens- und Ortsnamenforschung. So fand auch Maitenbeth seine erste Erwähnung, als eine von 14 zu Kirchdorf gehörenden Pfarrfilialen mit dem Namen "Aetenpet". Wir sehen dass es sich um eine erste Erwähnung handelte, wann tatsächlich eine erste Besiedlung stattgefunden hatte, darüber gibt es keine Aufzeichnungen. Generell sind Aufzeichnungen für unser Gebiet recht spärlich. So war die erste urkundliche Erwähnung des Ortsteils Etschlohe im Jahre 978 mit dem damaligen Namen "Ehezillaha" ebenfalls in einer Freisinger Matrikel. In einer Urkunde des Klosters Ebersberg fand die Ortschaft Innach bereits im Jahr 1015 mit dem Sitz des "Edlen Alaker" seine erste Erwähnung. Innach kann also schon auf eine 1000- jährige Geschichte zurückblicken. Als nächstes Lebenszeichen gibt es 1488 eine Urkunde über einen Grundstückskauf der Kirche St. Agatha zu "Mattenpet" von dem Jäger Stefan Kipfberger aus Freimehring. In einer Urkunde von 1550 taucht ein bis heute erhaltener Hausname auf: Hans Poschmann von Albaching verkauft mit gräflich Haagscher Genehmigung an Konrad Angermayer von Etschlohe, Pfarrei Kirchdorf, das Praitmoos bei "Matnpeth". Das Dokument trägt das Siegel der Grafschaft Haag unter der Herrschaft der Fraunberger. Während des 30-jährigen Krieges 1618 bis 1648 war zu lesen dass wegen der großer Hungersnot, Brandschatzung und Pest von den 91 anstehenden Abgaben an die Kirche nur noch 18 bezahlt werden konnten, so dass diese letztendlich erlassen werden mussten. Man merkt, wie oft sich der Name Maitenbeth geändert hat, so nimmt man an, dass unterschiedliche Aussprachen und Schreibweisen die Ursache dafür waren. In dem Buch "Bayerische Stammeskunde" wird beschrieben dass der ursprüngliche Name "Einbeth" wäre, zurückzuführen auf eine, von 3 reichen Jungfrauen mit gleichem Namen die zu Ehren der hl. Jungfrau und Märtyrin Agatha eine Kirche errichtet haben sollten, diese sollte sogar mit unterirdischen Gängen versehen worden sein. Wir haben in den letzten Jahren viel in der Ortsmitte umgegraben, unterirdische Gänge haben wir allerdings keine gefunden. Heute ist der Name "Maitenbeth" für uns festgeschrieben, ein Name der scheinbar einmalig auf der ganzen Welt ist was ja heute durch das Internet leicht feststellbar ist.

Weniger ruhmreich wurde der Name allerdings während der Schlacht von Hohenlinden im Jahr 1800, am 3. Dezember. So hat die entscheidende Schlacht in Maitenbeth stattgefunden. Die Verbündeten Bayern und Österreicher verloren gegen das französische Heer im 2. Koalitionskrieg.

Im Jahr 1818 wurden dann Steuergemeinden gegründet, es entstanden auch die Steuergemeinden Maitenbeth und Innach. In einer Urkunde für Innach, sie gehörten zur Pfarrei Mehring, waren damals 36 Ortsteile mit 100 Häusern 110 Familien und 436 Einwohnern verzeichnet, für Maitenbeth, der Pfarrei Kirchdorf angehörig, waren es lediglich 23 Ortsteile mit 90 Häusern, 97 Familien und 376 Einwohnern. Der Ort Maitenbeth selbst bestand zu der Zeit aus 8 Anwesen wie aus der damaligen Katasterkarte zu ersehen ist, mit eingeschlossen waren auch die Kirche und die Schule.

Eine erste Gebietsreform gab es 1881. In einer Bürgerversammlung wurde der Zusammenschluss der Innacher mit Maitenbeth beschlossen. Erhebliche Wiederstände gab es damals aus den Ortschaften Rappolten, sie wollten zu Winden sowie Barthub, Brand, Bräustätt und Haslach die den Anschluss an die Gemeinde Rosenberg anstrebten. Auch die übergeordneten Behörden gaben dem Ansinnen der Abweichler nicht recht, der Zusammenschluss wurde zum 1. Januar 1882 vollzogen. Die Rappoltener glaubten es nicht, sie klagten noch weitere 3 Jahre, vergeblich. Wegen der höheren Einwohnerzahl stellten jedoch die Innacher die nächsten Bürgermeister, noch heute bilden die ehemaligen Steuergemeinden die Gemarkungsgrenzen. Erst 1873 wurde Maitenbeth zur eigenständigen Pfarrei, ständige Beschwerden über die weiten Wege, so wurden Taufen und auch Beerdigungen in Kirchdorf abgehalten, brachten schließlich den gewünschten Erfolg. Beschwerde eingelegt hatten lediglich die Wirte entlang der Fußstrecke nach Kirchdorf, sie fürchteten Gewinneinbußen wegen fehlender Einkehr und Leichenmahle.

1865 wurde das heutige alte Schulhaus errichtet, nachdem der vorherige Bau dort, wie zu lesen ist äußerst baufällig war. Unsere Schulgeschichte begann mit der sog. Winkelschule auf dem Anwesen Dax in Lacken. Der Lehrer dort war in Verruf geraten. Er soll den Kindern neben Rechnen, Schreiben und Lesen auch das Zaubern gelehrt haben, weswegen er später in Haag verurteilt, mit dem Schwert hingerichtet und verbrannt wurde.

So sehr die heutige B12 gerade in jüngster Zeit wegen der vielen Unfälle immer wieder zu negativen Schlagzeilen führt und das immense Verkehrsaufkommen oft lange Wartezeiten beim Einbiegen und überqueren beschert, so wichtig war diese Verbindung auch schon in früheren Zeiten. Es waren die Eiszeiten die dieses Schmelzwassertal zurückließen, so war es bereits zur Römerzeit eine wichtige Verbindung zwischen Augsburg und Wels. Im Mittelalter eine vielbenützte Handelsstraße, auch Heerstraße und in späterer Zeit eine wichtige Poststraße zwischen München und Wien. Nicht immer war das Reisen in den Kutschen der Thurn und Taxispost für die Fahrgäste unbeschwerlich, Radbruch auf den teils sehr schlechten Straßen war keine Seltenheit. 1914 wurde in Maitenbeth dann die erste Poststelle unter Lampert Riederer eröffnet, die Postkutschen wurden später durch Postbusse ersetzt. Die Folgen der beiden Weltkriege waren auch in unserer Gemeinde zu spüren, zahlreiche Opfer waren zu beklagen. Die Flut der Flüchtlinge am Ende des 2. Weltkrieges brachte für Maitenbeth den bisher größten Bevölkerungszuwachs. So stieg die Zahl der Einwohner von 978 im Jahr 1939 auf 1390 im Jahr 1950, ein Zuwachs um 412 Personen.

Auch gab es in neuerer Zeit weitere Reformen. Zu erwähnen ist die Gebietsreform 1972, der Landkreis Wasserburg wurde zerschlagen. Maitenbeth wurde dem Landkreis Mühldorf zugeteilt. Auch die heftigen Proteste und eine Volksabstimmung in der mehr als 90 % unserer Einwohner für den näher liegenden Landkreis Ebersberg stimmten, fanden kein Gehör. Sodann forderte der Staat im Jahr 1978 die Gemeinden auf, größere Einheiten zu bilden. Die Eigenständigkeit der Gemeinde Maitenbeth blieb zwar erhalten, es mussten aber Verwaltungseinheiten gebildet werden. So bildete Maitenbeth eine Verwaltungsgemeinschaft mit Haag, Rechtmehring, Kirchdorf und Reichertsheim. Die Konstellation war einfach zu groß, die Wege waren zu weit, so war z. B. die Kasse in Reichertsheim untergebracht. 1980 wurde dieser Verwaltungsriese wieder aufgelöst und eine Verwaltungsgemeinschaft mit Rechtmehring gebildet, die bis heute Bestand hat. Zugleich wurde auch ein entsprechender Schulverband ins Leben gerufen, dem in den Anfangsjahren auch noch Oberndorf mit angehörte. All das wollen wir in einer Chronik für die Gemeinde Maitenbeth weit intensiver behandeln und niederschreiben. Hier hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die bemüht ist dieses Schriftstück im Laufe dieses Jahres fertig zu stellen.

Heute leben in unserer Gemeinde ca. 2100 Einwohner aufgeteilt in 57 Ortschaften, Einöden und Weilern, auf einer Fläche von 3096 ha. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren ständig die Infrastruktur verbessert. 43 km Straßen sind zu unterhalten. So ist das gesamte Gemeindegebiet an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Mit dem Anschluss an die Kläranlage Haag konnten wieder Baugrundstücke ausgewiesen werden. Über 100 Kinder werden in der neuen Kindertagesstätte betreut, die Grundschule im Ort ist auch für weitere Jahre gesichert. Ein Gewerbegebiet wurde ausgewiesen so dass inzwischen die umsatzsteuerpflichtigen Lieferungen und Leistungen unserer Gemeinde auf ca. 50 Mio. € im Jahr angewachsen sind. Etwa 600 Erwerbstätige pendeln täglich zu Arbeitsstätten außerhalb unserer Gemeinde. Die Dinge des täglichen Bedarfs sind vor Ort zu haben, ebenso können Bank- u. Postgeschäfte und auch Arztbesuche im Ort erledigt werden. Durch den Bau unseres neuen Rathauses können wir eine moderne, bürgerfreundliche Verwaltung bieten. Das sanierte Baudenkmal Alte Post soll ein Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger werden. Der teilweise neu ausgebaute Ortskern mit Alter Post und neuem Rathaus stärkt die Attraktivität unserer Gemeinde erheblich. Gänzlich zufrieden können wir aber erst sein, wenn auch der restliche Bereich mit Kirchplatz und Kirchenumfeld neu gestaltet sind.

Es ist nicht nur die Infrastruktur, das geschaffene, das unsere Gemeinde so lebenswert und liebenswert macht. Die verkehrsgünstige, reizvolle, hügelige Lage mit den ausgedehnten Wäldern des Groß Haager Forstes, die Rad und Wanderwege und auch die lang gepflegten Traditionen durch die Vereine tragen erheblich dazu bei. Nur durch Zusammenhalt kann Gemeindeleben gelingen.

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